Motoröl Unterschiede und die Bedeutung der Motoröl Codes

ÖleFür eine einwandfreie Funktionsweise Ihres Motors muss stets genügend Motoröl vorhanden sein und zudem das richtige verwendet werden. Es gibt viele unterschiedliche Arten von Motorölen, füllen Sie das falsche ein, kann Ihr Motor Schaden nehmen. Dementsprechend sind sie mit bestimmten Codes versehen. Welche Unterschiede genau zwischen Motorölen bestehen und was die Codes bedeuten, erklären wir Ihnen in diesem Blogbeitrag.

Die Bedeutung der Motoröl Codes

Fahrzeuge besitzen verschiedenste Motoren hinsichtlich Art, Größe und Betriebsweise. Die wesentlichen Varianten sind Otto-, Diesel- und evtl. noch Wankelmotoren. Bei klassischen straßentauglichen Fahrzeugen reichen die Motorengrößen von ein- bis Zwölfzylinder. Verbrennungsmotoren unterscheiden sich auch in der Art der Treibstoffe, die hauptsächlich, Benzin, Diesel, Flüssiggas, Erdgas und Wasserstoff umfassen. Je nach Verwendung kommen hochdrehende Motoren (bspw. bei Motorrädern oder Sportwagen) oder niedrigdrehende Motoren (bspw. bei Traktoren, Notstromaggregaten u.v.a.) zum Einsatz. Die Wahl des richtigen Motoröls hängt also auch vom verbauten Motor ab. Um die Auswahl für den Anwender zu erleichtern, wurden die Anforderungen in sogenannten Motoröl-Codes klassifiziert. Hier zeichnen drei Organisationen maßgeblich für die Spezifizierung der Motoröle verantwortlich.

Bei der SAE-Klasse steht die Abkürzung SAE für „Society of Automotive Engineers“. Diese Organisation legt unterschiedliche Standards in der Autoindustrie fest. Die SAE-Klassen geben die Viskosität des Motoröls an. So gibt der Motoröl Code „5W-30“ die Niedrig- und Hochtemperatur-Viskosität an. „W“ bedeutet dabei Winter, also die Niedrigtemperatur. Die Zahl 5 beschreibt die Kältebeständigkeit des Motoröls, je kleiner die Zahl, desto niedrigere Temperaturen hält das Motoröl aus. Der Motoröl Code „5W“ bedeutet im übertragenen Sinne, dass das Motoröl noch bei -35 °C über gute Fließeigenschaften verfügt. Die Zahl 30 steht für die Hochtemperatureigenschaften, je höher die Zahl, desto „dickflüssiger“ ist das Motoröl bei hohen Temperaturen. Gemessen wird das Fließverhalten bei 100°C.

Eine weitere Organisation, die Motoröl-Spezifikationen definiert, ist die ACEA ("Association des Constructeurs Européens d'Automobiles", zu Deutsch: Verband der europäischen Automobilhersteller). Die Buchstaben hinter der ACEA-Spezifikation stehen für folgendes:

  • A: Pkw mit Ottomotor (Benziner)
  • B: Pkw und kleine Nutzfahrzeuge mit Dieselmotor
  • C: Pkw mit Otto- oder Dieselmotor mit modernen Abgasnachbehandlungssystemen (z.B. Partikelfilter)
  • E: Lkw mit Dieselmotor

Die ACEA ordnet also anhand der Codes Motoröle bestimmten Fahrzeugtypen zu und bewertet deren Leistungsfähigkeit. Je nachdem, wie hoch die Zahl hinter dem Buchstaben ist, desto leistungsfähiger bzw. moderner ist das Motoröl. Die Codes werden in der Regel von europäischen Herstellern verwendet.

Das „American Petroleum Institut“ bewertet Motorenöle hauptsächlich für den amerikanischen Markt. Bei der sogenannten API-Klassifikation werden bestimmte Buchstaben für die Leistungsfähigkeit von Motorölen verwendet. Die Klasse „S“ steht dabei für Ottomotoren und Motoröle der Klasse „C“ und der Klasse „F“ für Dieselmotoren. Weitere Buchstaben dahinter beschreiben die Leistungsfähigkeit der Motoröle. Die Klassen für Benziner sind dabei z.B. „SJ“, „SL“, „SM“ und „SN“, vorherige Klassen sind nur für ältere Autos geeignet. Die „SA“-Klasse bildet eine Besonderheit, sie kennzeichnet ein Motoröl ohne jegliche Additive, welches meist nur noch in Oldtimern Anwendung findet. Bei Dieselmotoren findet man Codes wie CH-4, CI-4, CJ-4 und CK-4. Meist sind die neueren Spezifikationen der API-Normen rückwärtskompatibel, also auch bei älteren Fahrzeugen anwendbar. Dies sollte jedoch im Einzelfall verifiziert werden.

Neben den herstellerübergreifenden Motoröl Codes existieren auch herstellerspezifische Codes. So haben beispielsweise VW, Opel, Ford, Mercedes und einige andere ihre eigenen Ölcodes, was an der zunehmenden Komplexität der entwickelten Motoren und der Leistungsfähigkeit der Öle liegt. Die Hersteller nehmen selbst Tests vor und geben auch nur bestimmte Motoröle für ihre Motoren frei.

Auch wenn es viele verschiedene Motoröle und entsprechende Codes gibt, ist im Handbuch des jeweiligen Fahrzeugs meist angegeben, welches Motoröl Sie nutzen sollen. Sollte Ihr Hersteller kein spezielles Motoröl freigeben, dann achten Sie bei der Wahl auf die ACEA- oder API-Spezifikationen.

Dürfen Sie auch anderes Motoröl in Ihren Motor geben?

Verwenden Sie grundsätzlich nur Motoröle, die den Anforderungen Ihres Fahrzeugs entsprechen. Eine Bindung an einen bestimmten Ölhersteller gibt es jedoch nicht und die Öle gleicher Spezifikation und gleicher Güte sind auch herstellerübergreifend mischbar. Sollten Sie von einem mineralischen auf ein synthetisches Motoröl umstellen wollen, oder umgekehrt, dann ist es ratsam vorher mit Ihrer Werkstatt Rücksprache zu halten, um Auswirkungen auf Ölwechselintervall und anderes abzuklären. Sprechen Sie zu weiterführenden Informationen auch gern die Experten der Schmierstoffzentrale an.

Im Online-Shop der Schmierstoff-Zentrale erhalten Sie eine große Auswahl verschiedener Motoröle. Wir bieten Ihnen Produkte für Pkw, Lkw, Motorräder und Nutzfahrzeuge an, die in verschiedenen Klassifikationen zur Verfügung stehen. Neben den hochwertigen Motorölen erhalten Sie auch Getriebeöle, Hydrauliköle, Kältemaschinenöle und vieles mehr! Haben Sie Fragen zu unseren Produkten oder sind Sie sich nicht sicher, ob Sie das richtige Motoröl ausgewählt haben? Dann nehmen Sie jederzeit Kontakt zu uns auf, wir helfen Ihnen bei Ihrem Anliegen.

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