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10.08.17 11:15

Das müssen Sie über die Getriebeöl Viskosität wissen

Getriebeöl wechseln - Titelbild

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Die Viskosität ist eine wichtige Spezifikation, wenn es darum geht, zu entscheiden, welches Getriebeöl benutzt werden soll. Dabei beschreibt die Viskosität die Fließeigenschaften bzw. genauer gesagt den Grad der inneren Reibung einer Flüssigkeit. Eine hohe Viskosität bedeutet, dass ein Öl eine große innere Reibung besitzt und somit dickflüssig ist, während Öle mit einer niedrigen Viskosität eine niedrige Reibung besitzen. Wird die falsche Viskosität für das Getriebeöl ausgewählt, kann das fatale Folgen haben und bis hin zur Zerstörung des Getriebes führen. Damit Ihnen das nicht passiert, erklären wir Ihnen in diesem Beitrag, worauf Sie achten müssen.

Darum ist die Getriebeöl Viskosität wichtig

Damit ein Getriebe reibungslos funktioniert und möglichst lange hält, muss es optimal geschmiert werden. Das Getriebeöl bildet zu diesem Zweck zwischen den einzelnen Zahnrädern und Bauteilen einen Schmierfilm aus, damit die Metallteile so wenig wie möglich direkt aufeinander reiben und es nicht zu einem erhöhten Verschleiß und Zerstörung kommt. Außerdem ist das Getriebeöl für die Kühlung zuständig, indem es Hitze aufnimmt und abtransportiert. Besonders extrem ist die Belastung auf das Öl dort, wo die einzelnen Zahnflanken aufeinandertreffen. An dieser Stelle muss das Öl extrem viel Druck aufnehmen und trotz des minimalen Schmierspaltes einen möglichst schlüssigen Schmierfilm ausbilden.

Bei den unterschiedlichen Getrieben entstehen an den aufeinandertreffenden Zahnradflanken unterschiedliche Belastungen. So findet die Kraftübertragung entlang einer Wälzlinie bei geradverzahnten Stirnrädern statt, während bei schräg verzahnten Rädern mehrere Flanken beteiligt sind. Hinzu kommen noch unterschiedliche Drehgeschwindigkeiten, unterschiedlich wirkende Kräfte sowie spezifische Temperaturanforderungen. Industriemaschinen, die den ganzen Tag bei konstanter Temperatur in einer Fertigungshalle laufen, stellen entsprechend ganz andere Anforderung an die Getriebeöl Viskosität, als zum Beispiel ein Getriebe, welches in einem Pkw im Einsatz ist. Hinzu kommt, dass die Getriebe immer komplexer werden und entsprechend die Anforderungen an die Getriebeöle auch immer weiter steigen.

Demnach braucht es konkrete bzw. genormte Beschreibungen und Bezeichnungen für Getriebeöle, damit jedem Getriebe auch das geeignete Öl zugeführt werden kann.

Viskositätsklassen von Getriebeöl

Um jedem Getriebe das richtige Öl zuordnen zu können, gibt es verschiedene, genormte Viskositätsklassen, die den Getriebeöl Spezifikationen zugeordnet werden können. Im Bereich der Industrieöle wird die Viskositätsklasse zum Beispiel über die ISO Viskositätsgruppe angegeben, welche sich auf eine Viskosität bei einer Temperatur von 40°C bezieht.

Getriebeöl Spezifikationen für Kraftfahrzeuge werden über die API Klassifikation unter der Abkürzung GL (gear lubricant) in fünf verschiedene Leistungsklassen eingeordnet. Wobei ein GL 1 Getriebeöl für nur leichte Anwendungen und Belastungen geeignet ist, während GL 5 Getriebeöle mit einem hohen Prozentsatz an Additiven angereichert ist und besonders bei hohen Belastungen (Hypoidgetriebe) zum Einsatz kommt. Die Viskosität eines Getriebeöls wird wiederum mittels der sogenannten SAE Klassifikation angegeben. 

SAE-Klasse

Max. Temperatur bei 150.000 cP [°C] (ASTM D 2988

Min. Viskosität [mm2/s] bei 100°C

Max. Viskosität [mm2/s] bei 100°C

70W

-55

3,72

-

75W

-40

4,4

-

80W

-28

5,29

-

85W

-12

6,46

-

80

-

8,02

<11,0

85

-

10,15

<13,5

90

-

13,13

<18,5

110

-

17,4

<24,0

140

-

23,74

<32,5

190

-

33,33

<41,0

250

-

48,49

-

 

Hinter der Abkürzung SAE verbirgt sich die Society of Automotive Engineers, die 1911 die verschiedenen Viskositätsklassen definiert und ausgeschrieben hat, um für Verbraucher eine einfachere Auswahl zu ermöglichen. Diese wurden 2005 an die aktuellen Bedürfnisse angepasst.

Im Automotiv Bereich gibt die Zahl vor dem W (Winter) an, wie sich die Getriebeöl Viskosität bei niedrigen Temperaturen verhält, also zum Beispiel bei Fahrtbeginn im Winter. Die Zahl hinter dem W gibt die Viskosität bei hohen Temperaturen an, konkret bezogen auf 100°C. Ein Beispiel ist Getriebeöl 75w90, das vor allem für Schaltgetriebe in PKWs genutzt wird. Getriebeöle SAE 80 eignen sich hingegen vor allem für Nutzfahrzeuge. Mehrbereichsöle haben auch einen relativ hohen Viskositätsindex, welcher eine Kennzahl für die Abhängigkeit der Viskosität eines Schmierstoffes von der Temperatur beschreibt – ein hoher Index bedeutet eine geringe Abhängigkeit.

Die optimale Getriebeöl Viskosität verhält sich so, dass das Öl bei geringer Temperatur nicht zu zähflüssig ist, denn dann erreicht es nicht schnell genug die zu schmierenden Teile und kann keinen entsprechenden Schmierfilm ausbilden. Gleichzeitig darf es wiederum bei hohen Temperaturen auch nicht zu flüssig sein, denn auch dann kann das Getriebeöl keinen zusammenhängenden Schmierfilm ausbilden und das Getriebe schützen. Diese Öle sind sogenannte Mehrbereichsöle, welche daran erkannt werden können, dass sie sowohl vor dem W als auch dahinter eine Zahl stehen haben.

Es gibt auch Einbereichsöle, welche eine wesentlich geringere Temperaturspanne umfassen, als die Mehrbereichsöle und entweder nur vor oder nach dem W eine Zahl stehen haben. Aufgrund der geringen Temperaturspanne in Bezug auf die optimale Viskosität, eignen sie sich entweder für den Gebrauch im Winter oder im Sommer bzw. werden dort eingesetzt, wo entsprechende klimatische Bedingungen gegeben sind.

Mittels Additiven die Getriebeöl Viskosität verbessern

Um bei Getriebeölen genau die richtige Viskosität entsprechend der Getriebeöl Spezifikationen einzustellen, werden sogenannte Additive zugesetzt werden. Das sind Stoffe, die dem Öl hinzugefügt werden und dann verschiedene Funktionen übernehmen. So kann zum Beispiel ein besserer Korrosionsschutz erreicht werden, aber eben auch eine Verbesserung des Viskositätsindexes. Für eine optimale Viskosität ist ebenfalls die Verwendung von Getriebeölen mit einem synthetischen Grundöl, die über chemische Prozesse gewonnen werden, zu empfehlen. Denn diese haben einen wesentlich flacheren Viskositätsverlauf, was sich gerade bei hohen Temperaturen bemerkbar macht.

Besonders bei Getrieben für Kraftfahrzeuge ist der Additivanteil größer, da hier die Belastung, aufgrund der sehr kompakten Bauweise, wesentlich höher ist, als zum Beispiel in Industriegetrieben. Ein Auswahlfaktor für das Getriebeöl ist die Getriebeart. So wird für ein Schaltgetriebe ein Getriebeöl mit der API-Klasse GL-4 benötigt, während Achsgetriebe GL-5 brauchen. Automatikgetriebe wiederum brauchen aufgrund ihrer Beschaffenheit besondere Öle, die unter der Bezeichnung ATF (Automatik Transmission Fluid) laufen. Diese Öle sind wiederum in unterschiedliche Viskositätsklassen unterteilt.

Herstellerangaben zur Viskosität Getriebeöl unbedingt einhalten

Welches Getriebeöl genutzt werden soll, wird in der Regel vom Getriebehersteller vorgegeben. Es ist auch zwingend notwendig, sich an diese Vorgaben zu halten. Denn wie bereits eingangs geschildert, kann die falsche Viskosität im schlimmsten Fall zu einem Totalschaden des Getriebes führen.

Sollten Sie die Angaben des Herstellers gerade mal nicht zur Hand haben, dann sollten Sie nicht irgendein Öl nehmen, sondern lieber entweder den Getriebehersteller oder einen kompetenten Anbieter von Schmierstoffen kontaktieren, wie zum Beispiel die Schmierstoff-Zentrale. Dort erhalten Sie die nötigen Informationen dazu, welches Getriebeöl Sie einsetzen können.

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